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Literatur Philosophie

Lovecraft (Thread)

Wir befinden uns hier in einem Moment, in dem die extreme Schärfe der sinnlichen Wahrnehmung kurz davor ist, eine Umwälzung der philosophischen Wahrnehmung der Welt aufzulösen, anders gesagt, wir befinden uns hier inmitten der Poesie.

Michel Houellebecq, Gegen die Welt, gegen das Leben … (Weiter in den Kommentaren …)

5 Antworten auf „Lovecraft (Thread)“

Wer das Leben liebt, liest nicht. Und geht erst recht nicht ins Kino. Was immer auch darüber gesagt wird, der Zugang zum künstlerischen Universum ist mehr oder weniger für jene reserviert, die ein wenig die Schnauze voll haben.“ (Houellebecq)

Und wenn man sich die Werte ansieht, die die Erwachsenen Welt regieren, kann man ihm (Lovecraft) das wohl kaum zum Vorwurf machen. Realitätssinn, Lustprinzip, Konkurrenzfähigkeit, permanente Herausforderung, Sex und soziale Stellung … all das ist nicht gerade geeignet, um in laute Hallelujas auszubrechen.(Houellebecq)

Es ist in der Tat möglich, dass außerhalb unseres begrenzten Wahrnehmungsbereiches andere Wesen existieren. Andere Kreaturen, Rassen, Konzeptionen und Intelligenzen. Einige von diesen Wesen sind uns wahrscheinlich an Intelligenz und wissen deutlich überlegen. Aber das ist nicht unbedingt eine frohe Botschaft. Was lässt uns glauben, dass diese Kreaturen, so sehr sie sich auch von uns unterscheiden mögen, in irgendeiner Weise eine spirituelle Natur aufweisen? Nichts erlaubt eine Überschreitung der universellen Gesetze von Egoismus und Bösartigkeit anzunehmen. Es ist lächerlich, sich vorzustellen das Wesen voller Weisheit und wohlwollen uns am Ende des Kosmos willkommen heißen, um uns zu irgendeiner Harmonie zu führen. Um sich vorzustellen wie sie uns behandeln würden, wenn es uns gelänge, mit ihnen Kontakt aufzunehmen, genügt es sich daran zu erinnern, wie wir mit unterliegenden Intelligenzen wie Kaninchen und Fröschen umgehen. (Houellebecq)

Ich bin fast entschlossen, keine Geschichten mehr zu schreiben, sondern einfach zu träumen wenn ich Lust dazu habe, ohne mich damit aufzuhalten, etwas so vulgäres zu machen, wie meine Träume für ein Publikum von Schweinen zu bearbeiten. Ich bin zu dem Schluss gekommen, dass die Literatur kein schickliches Ziel für ein Gentleman ist, und dass das Schreiben immer nur als eine elegante Kunst anzusehen ist; der man sich ohne Regelmäßigkeit und mit Einsicht hingeben sollte. (Lovecraft)

Die Erdoberfläche scheint heute von einem Netz mit unterschiedlich dichten Maschen überzogen zu sein, das ausschließlich von Menschen geschaffen wurde. In diesem Netz strömt das Blut des gesellschaftlichen Lebens. Transport von Personen, Waren und Lebensmittel; vielfältige Transaktionen, Aufträge zu verkaufen und zu kaufen, Informationen, die sich überlagern, rein intellektuelle oder affektive Form von Austausch… dieser unaufhörlich Strom betäubt die Menschheit, die von den kadaverhaften Zuckungen ihrer eigenen Aktivität ganz besessen sind.

Aber dort, wo die Maschen des Netzes etwas lockerer sind, kann der wissensdurstige Forscher fremde Mächte erahnen. Überall, wo das menschliche Treiben unterbrochen wird, überall, wo es einen weißen Fleck auf der Landkarte gibt, halten sich die alten Götter verborgen, bereit, ihren Platz wieder einzunehmen. (Houellebecq)

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